Donnerstag, 2. Oktober 2008

Jetzt bin ich mal dran...

So, jetzt melde ich mich auch einmal bei euch. Frauchen ist erkältet und kann euch nicht schreiben, da nutze ich doch mal die Gelegenheit, mich selbst vorzustellen.

Ich bin das Ellie-Tier. Sagen die hier jedenfalls. Seit Mitte August bin ich nun in Deutschland untergebracht. Wenn ich nicht wüsste, dass die mich nicht für immer behalten können, weil die noch viele andere Hunde nach Deutschland holen möchten, hätte ich nichts dagegen, hier zu bleiben, denn ich hab' 2 nette Hundekumpels, natürlich auch 2 nette Menschen für die Rundumversorgung, und auch die Halbpension, das Wellness- und Unterhaltungsprogramm sind hier ganz okay. Wir gehen viel spazieren und joggen und Frauchen versucht ständig mich mit unterhaltsamen Spielen bei Laune zu halten.

Wenn die Menschen unsere Hundekuchen verdienen, entspannen wir Hunde uns zu Hause, spielen ein wenig zusammen und freuen uns auf das Nachmittagsprogramm. Abends gibts immer Gute-Nacht-Kekse und machmal sogar was zum Kauen. Soll ja gut für die Zähne sein. Am Wochenende ist Wellness angesagt, mit Körperpflege und so und sonntags geh ich mit Frauchen zur Schule. Sie hat schon gelernt, dass es "Leckerchen her" bedeutet, wenn ich mich setze, lege oder zu ihr komme... Wenn ich auf Baumstämme klettere heißt das "Leckerchen her und ganz viel freuen" und auch das macht sie schon ganz ordentlich! Is 'ne ganz Schlaue, mein Frauchen, sag' ich euch!

Nur wenn wir spazieren gehen, da ist die manchmal ziemlich struddelig. Ständig verliert die ihren Futterbeutel. Ich guck schon immer, ob der nicht wieder irgendwo rum liegt und trag ihn ihr nach. Ts, ts, ts.... Die is' so vergesslich. Aber sie guckt dann immer schnell nach, ob noch alles Futter drin ist und lässt mich probieren ob's noch schmeckt. Das ist ja dann 'ne Entschädigung für's Drauf-Aufpassen. "Eine Pfote wäscht die andere!" oder so...

Am Anfang hab' ich ja hier keinem getraut, getreu der alten Hundelebensweisheit "Lieber vorsichtig als tot!" aber inzwischen bin ich mir ganz sicher, dass die vier hier mir nix Böses wollen. Die sind ja so nett, die merken gar nicht, dass ich sie total um den Finger wickeln kann, wenn ich möchte. Aber "Pssst!" - Nicht weitererzählen!
Ob ich allen Menschen trauen kann, weiß ich noch nicht genau, aber wenn man sich ein wenig Mühe gibt, bin ich da sicher nicht ganz abgeneigt. Immer mal wieder erinnert mich zwar irgendwas an mein altes - nicht so schönes Leben - und dann erschrecke ich erst mal... Aber das kommt immer seltener vor und am liebsten würde ich die Vergangenheit hinter mir lassen und ganz von vorne anfangen.
Kraulen ist etwas, was mir an meinem neuen Leben besonders gut gefällt. Ach, da könnte ich stundenlang still halten. Was sag ich!? Tagelang! Frauchen findet mich manchmal ziemlich lästig und reagiert auf meine Aufforderung zum Kraulen noch gar nicht so zuverlässig, wie das nach 7-wöchigem täglichen Training zu erwarten wäre! Da muss man als Hund eben echte Erziehungsarbeit leisten. Liebevolle Konsequenz heißt mein Zauberwort! Notfalls muss zur Motivation der "Bitte-hab-mich-lieb-ich-bin-so-hilflos-einsam-und-unglücklich-Blick" samt passender Körperhaltung ran. Das ist eine hohe Motivation für jeden Menschen, dann doch freudig mitzuarbeiten! Nach und nach kann man diese Hilfe abbauen und ein Nasenstupser reicht aus. Ich glaube das kriegen wir auch noch hin, wenn ich lange genug da bin... Zumindest bei Frauchen. Die Rüden, ähhh Männer heißt das ja bei denen, sind da wohl nicht ganz so leicht zu erziehen. Sagt man in Hundekreisen...Aber die krieg ich dann mit diesem Blick (siehe unten), den mögen alle, Frauen wie Männer. Ach ja, die Menschen hier in Deutschland sind so viel leichtführiger als die in Spanien...

Wenn Frauchen kein besonderes Unterhaltungsprogramm für uns Hunde vorgesehen hat, haben wir hier viele tolle Plätze, um ein Nickerchen zu machen. Ich lieg ja am liebsten mit den anderen auf einem Haufen, deshalb würde ein Platz eigentlich reichen. Aber so ist das in Deutschland, alles im Überfluss... Nee, nee, nee...
Und das ist einer meiner Lieblingsplätze: Ein Schaffell im Wintergarten. Wenn dann noch die Sonne scheint, kann man hier so herrlich kuscheln. Das Schaffell hat übrigens 'ne ganz ähnliche Frisur wie ich um den Bauch rum. Zwar kuschelig aber nicht wirklich schick! Da explodiert mir im Moment irgendwie das Fell... Weiß ja auch nicht, muss mir mal 'nen ordentlichen Frisör suchen...
Noch besser als allein auf dem Schaffell ist's natürlich zusammen mit meiner Freundin Juma. Finde ich zumindest. Sie ist da noch eher skeptisch...
Sie möchte nicht so gerne mit mir kuscheln, aber manchmal möchte sie spielen. Aber das will ich dann lieber nicht. Bin da doch eher zurückhaltend. Die sind immer so laut und grob hier, die Juma und der Djambo. Also da muss ich mich erst noch dran gewöhnen... Bis ich da so richtig mitspiele, zeig ich denen lieber ab und zu mal vorsichtshalber, dass ich Kung-Fu kann. Zur Abschreckung... Aber ich hab' so das Gefühl, die nehmen mich nicht ernst...
So, jetzt hab' ich euch schon vier erzählt von mir, oder? Wenn ich was vergessen habe oder ihr was wissen möchtet, meldet euch doch einfach mal bei uns...
Muss jetzt Schluss machen, denn ich wollte Frauchen heute noch beibringen, das Gummihuhn zu werfen, wenn ich es zu ihr in die Küche bringe. Frauchen kann ja nicht so viel raus, weil sie erkältet ist. Und als verantwortungsvoller Hund muss man dann ja auch drinnen für sinnvolle Beschäfitung sorgen....
Bis dann...
Eure Ellie (Gestelli)





Montag, 22. September 2008

Bara-Maja heißt jetzt Ellie (nicht Twix) sonst ändert sich (fast) nix!















Nachdem jetzt meine Fellnasen reichlich zu Wort gekommen sind, möchte auch ich mal wieder was zu unserem Pflegehund schreiben.

Lange war Bara-Maja ja ein Hund ohne Namen. Wir hatten zwar schon bevor sie bei uns eingezogen ist beschlossen, sie statt Bara Maja zu nennen, aber irgendwie hat auch dieser Name nicht so richtig zu ihr gepasst. Nach nun fast 6 Wochen ohne eigenen Namen heißt Bara-Maja nun Ellie (Gestelli).

Das passt! Haben wir beschlossen. Aber noch hat es sich nicht wirklich zu ihr rumgesprochen, dass das ihr Name ist. ;-)

Ellie ist nun seit fast 6 Wochen bei uns und hat eine postitive Entwicklung hinter sich.

Nicht nur ihr Aussehen, auch ihr Verhalten hat sich sehr gebessert.

Ihr Fell ist gut nachgewachsen. Nur am "Po" und den Hinterbeinen ist es stellenweise noch etwas dünn. Leider scheint sie (vielleicht aufgrund der Hormonumstellung durch die Kastration) ein sogenanntes Welpenfell zu haben. D. h. von Schulter bis zu Hüfte hat sie eigentlich nur Unterwolle aber kein Deckhaar. :-( Vielleicht reguliert sich auch das noch, ich bin da optimistisch. Und wenn nicht, ist's auch nicht schlimm. Denn wenn man mit ihr kuschelt, fühlt sie sich an wie ein kleiner Fleecepulli. Hmmm.... :-)

Ellies Verhalten ist inzwischen auch schon besser geworden. Vielmehr hat sich herauskristallisiert, was ihr Probleme bereitet. Generell scheint sie kein schreckhafter oder überaus ängstlicher Hund zu sein. Laute Geräusche z. B. erschrecken sie nicht und auch in fremder Umgebung findet sie sich recht schnell zurecht. Gestern wollte sie übereifrig in ihre Autobox springen, leider war das Gitter noch zu. :-( Ich dachte schon "Oh jeh, jetzt muss ich sie wieder heben, wie am Anfang" aber das war für Ellie kein Problem. Nach kurzer Bedenkzeit hat sie es gleich nochmal probiert und da war das Gitter zum Glück schon auf! :-)

Aber Menschen, bestimmte (metallische) Geräusche und bestimmte Situationen (Anleinen, Füttern, Herkommen) scheinen ihr Angst zu machen. Bei ihrem Verhalten Menschen gegenüber wird deutlich, dass sie Männer weniger Vertrauen entgegen bringt als Frauen. Ob das an der Größe, der Körpersprache und der dunkleren Stimme liegt oder daran, dass sie mit Männern schlechtere Erfahrungen gemacht hat, kann ich nicht beurteilen.

Heute konnte ich das erste Mal auf ihren Korb zu und dann knapp daran vorbei gehen, als sie darin lag, um in das Zimmer zu kommen, vor dessen Eingang ihr Korb steht, ohne dass sie aufgestanden ist und gewartet hat, bis ich wieder weg war. :-) Ihr Pflege-Herrchen kann im Gegensatz dazu immer noch nicht in die Nähe diese Korbes kommen, wenn sie darin liegt, ohne dass sie aufspringt und die Flucht ergreift, manchmal sogar bis sie ein Stockwerk tiefer ist. :-(

Möchte man sie anleinen, kommt sie nach wie vor mehr angekrochen als gelaufen und man merkt, dass sie sich unwohl fühlt.

Beim Füttern ist sie sich nach wie vor nicht sicher, ob sie auch wirklich fressen darf.

Noch immer spielt sie nicht, weder mit Hunden noch mit Menschen. Heute hat sie allerdings ihre Liebe zu Djambos Gummihuhn entdeckt. Gespielt wird zwar noch nicht damit, aber sie schleppt das Gummihuhn nun schon ganz aufgeregt durchs Haus. Momentan scheint sie der plötzliche Besitz eines Huhn jedoch etwas zu überfordern, denn kein Hund darf sich ihr mehr nähern, obwohl sie doch eigentlich am liebsten mit Juma zusammen im Korb liegt. Tja, alles hat Vor- und Nachteile, sogar der Besitz eines Gummihuhns... ;-)

Am Sonntag waren wir zusammen in der Hundeschule. Weil ich Ellie als ängstliche unsichere Hündin angekündigt habe, durfte sie als einzige erwachsene Hündin in die Welpengruppe. Und selbst das hat ihr anfangs ziemlichen Stress bereitet. Mit den fremden Hunden wollte sie keinen Kontakt aufnehmen. Sie war vollauf damit beschäftigt, sich aus allem raus zu halten und bloß keinen zu nahe kommen zu lassen. Ich war überrascht festzustellen, dass die Kleine auch Zähne hat, die sie den ganz Aufdringlichen unter den Welpen dann auch zur Abschreckung gezeigt hat... ;-) Anmerken möchte ich zu ihrer Verteidigung noch, dass manche Welpen wahrscheinlich fast 3 mal so schwer und groß waren wie Ellie :-)

Irgendwann war sie dann aber doch etwas entspannter und hat sogar begonnen, einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen: dem Wälzen auf dem Rücken. Zum Ende der Stunde hatte sie sogar ganz mutig ein paar Zwerge beschnuppert, die zu ihr gekommen waren, um sie kennen zu lernen.

Viel gelernt haben wir natürlich nicht, was hauptsächlich daran liegt, dass Ellie noch immer wenig Interessen an Futter und noch weniger Interesse an Spielzeug hat. Da ist es nicht gerade einfach, sie zu motivieren. Inzwischen interessiert sie sich auch sehr für den Futterbeutel, den ich draußen dabei habe. Und wenn ich sie mit Schleppleine und mich mit dem mit Käsestückchen gefüllten Futterbeutel mit Schnur ausstatte, rennt sie, wenn ich ihn werfe schon 2 Meter hinterher um ihn zu schnappen und bringt ihn seit heute sogar von selbst zurück, damit ich ihn für sie aufmachen und sie daraus fressen kann. Sie ist sie ganz aufgeregt, wenn ich Beutel und Schleppleine auspacke und läuft dann sogar schon aufmerksam neben mir her.

Eins scheint sie in den letzten Wochen bei uns auch ohne Name schon gelernt zu haben, und zwar, dass Menschen, die hocken, das Zeichen für's Herkommen sind. Geht man in die Hocke und wendet sich ein wenig ab, macht Ellie Gestelli sich auf den Weg... ;-)

Mir scheint es, als sei dieser Hund in der Vergangenheit nach dem Zurückkommen bestraft worden. Vielleicht weil sie nicht schnell genug kam? Oder nicht auf den ersten Ruf? Auf jeden Fall kommt sie sehr unterwürfig und man hat den Eindruck, als würde sie das kleinere Übel wählen und denken "...besser ist's, ich komme zum Menschen, bevor der zu mir kommt..." Von freudigem Kommen kann bei ihr, außer beim Nachhausekommen und beim Futterbeutel bringen leider noch keine Rede sein. :-(

Ellie ist ein sehr nervöser, lebhafter und bewegungsfreudiger Hund. Inzwischen ist sie beim Joggen überhaupt nicht mehr unsicher und ich muss aufpassen, dass mich ihr Zick-Zack-Schnupper-Kurs nicht zu Fall bringt, weil sie natürlich immer noch an der Leine sein muss.

Ist man zu Spaziergängen mit ihr im Wald unterwegs und sie ist im "Schnupper-und-Jagd-Modus" (was leider immer der Fall ist, wenn man nicht gerade mit ihr übt oder sie beschäftigt) bringt sie einen mit eben diesem Zick-Zack-Schnupper-Kurs zur Verzweiflung. Also Leinenführigkeit sollte auch in Zukunft noch auf ihrem Stundenplan stehen. ;-)
Generell muss sie mit liebevoller Konsequenz ohne laute Worte erzogen werden, denn ein ernstes Wort (auch an einen anderen Hund) reicht schon aus, ihr die mühsam aufgebaute Sicherheit zu nehmen. Dann zieht sie sofort das Stummelschwänzchen ein, duckt sich und zieht sich wieder in das alte Schneckenhaus zurück. :-(

Sie hat schon gelernt, dass es gut ankommt, wenn man auf einen Baumstamm klettert und "sitz" macht.... Kommt dann doch gleich das Frauchen und gibt Leckerlie... Braves Frauchen... ;-) Allerdings braucht sie als Wink mit dem Zaunpfahl noch Juma oder Djambo (die diesen Trick schon seit Jahren praktizieren aber nichts mehr dafür bekommen). Sie setzt sich einfach mal dazu, notfalls werden die andern sogar vom Baum gestupst... Auch sonst orientiert sich sie sehr an ihren Hundekumpels und sobald die beiden nicht dabei sind ist sie deutlich unsicherer.

Ich wünsche mir für Ellie idealerweise sportliche Menschen, die sie als Aufgabe sehen, bereit sind mit ihr an ihren Verhaltensproblemen zu arbeiten, möglichst eine Hundeschule besuchen möchten, ihr Beschäftigung geben, einen ruhigen Haushalt führen und einen "Erst"-Hund haben, an dem sie sich orientieren kann.




Mittwoch, 10. September 2008

Boah äh....

...die nervt!!!

Ich bin's, die Juma...


Möchte mich auch mal zu Wort melden - zu Hause hört mir ja keiner mehr zu. Djambo hat euch ja schon erzählt, dass da Eine eingezogen ist. Eine, die noch keinen Namen hat. Frauchen ruft zwar meistens "tnck, tnck, tnck", aber ich hab' auch schon gehört, dass sie "vom kleinen Gestell" spricht, wenn sie mit Herrchen redet. Ganz liebevoll sagt sie das, so wie sie vorher von mir, der "kleinen Knödelratte" geredet hat... *grummel* Der Name passt übrigens - nicht Knödelratte sondern Gestell - die hat nämlich ganz schöne Steckenbeine... *läster*



Boah, und die nervt mich.... Is' ja schon schlimm genug, dass Frauchen immer alle Spielsachen wegpackt, wenn ein neuer Pflegi einziehen wird. Da hab' ich doch schon gleich gemerkt, dass da was im Busch ist... Am Anfang hab' ich sie ja einfach mal ignoriert. "Dominanz durch Ignoranz" hab' ich mir gedacht. Die verschwindet ja bestimmt wieder. Und anfangs war die auch ganz ruhig und hat sich nicht gemuckst. Aber dann! So nach und nach hat die immer öfter in meinem Korb gelegen, wenn ich da rein wollte. "Macht ja nix!" hab' ich gedacht. Hab' mich davorgestellt und gegrummelt. Furchterregend wie ich bin... Djmabo springt dann ja sofort auf. Der weiß, wer bei uns der Boss ist! Aber die!? Is' die einfach liegen geblieben. Na gut. Taktik geändert. Hab' mich mal probeweise dazu gelegt, dachte dann haut die gleich ab. Fand die aber klasse! Ich nicht - :-( Bin dann eben wieder ausgestiegen. Nun liegt die ständig auf meinen Lieblingsplätzen rum.
Boah äh..., die nervt...!



Nicht nur das! Frauchen gibt sich zwar alle Mühe, mit jedem von uns zu spielen, zu üben, uns zu streicheln usw.. Aber trotzdem, es ist nicht mehr wie vorher. Da war ich irgendwie im Mittelpunkt, der Musterhund... :-( Drei sind eben einer mehr als zwei. Ich sag' nicht, dass drei einer zu viel sind, aber irgendwie ist alles anders. Vorher hat Frauchen beim Spaziergang so viel Zeit für mich gehabt, hat sich so gefreut über meine Kunststückchen. Und ich sag euch, ich bin echt gut, spring über Arme und Beine, auf den Rücken, lauf Slalom, gehe rückwärts, suche verlorene Dinge, mache Männchen, kann 'ne Rolle und bin auch einfach ganz ohne was zu tun, eine ganz süße Maus (sagt(e) Frauchen immer). Und nun? Was macht Frauchen? Freut sich nun genau so, wie vorher über meine wirklich tollen Auftritte, wenn dieses spanische Gestell sie anschaut oder zu ihr kommt, ohne vor Angst auf dem Boden zu kriechen. Da kann man sich schon ärgern, oder? Nächstens mach ich auch nix mehr, dann ist das, was man tut, wenigstens wieder was wert. So!!! *verärgertbin*

Und es kommt noch besser. Eigentlich sollte ich schreiben "schlimmer"! Herrchen hat gestern nicht aufgepasst und uns Fellnasen mit unseren gefüllten, hoch gestellten Futternäpfen allein gelassen. Da springt doch dieses Gestell einfach auf'n Tisch und frisst mein Futter leer! Könnt ihr euch mein Gesicht vorstellen? War fassungslos! Djambo und ich haben uns nur angeschaut und gedacht, wir sind zu doof für diese Welt. Kämen gar nicht auf den Gedanken, unser Futter zu fressen, bevor wir die Erlaubnis haben... Da müssen wir mal drüber nachdenken... :-(

Herrchen hat glaub ich wirklich gemeint, ich sei der Futterdieb gewesen. Da war ich ganz schön beleidigt. Aber Frauchen hat ihm dann erzählt, dass das kleine Gestell schon öfters mal die Arbeitsplatte in der Küche kontrollieren wollte. Ihr hat er dann zum Glück geglaubt.... Puhhh! *steinvomherzenfall*



Trotzdem hab ich später gedacht, ich hör' nicht richtig. Sagt Herrchen doch zu Frauchen, dass das kleine Gestell eigentlich so ein Hund wäre, wie man sich einen dritten vorstellt wenn man denn einen suchen würde... Wenn sie nur nicht so ängstlich wäre... Die werden doch nicht...!!! *entsetztguck* Nee, Leute, dann zieh ich aber aus! Ganz ehrlich! In's Frauenhaus oder so...

...na gut, wenn ich ganz, ganz ehrlich bin, muss ich aber zugeben, dass es mir eigentlich an nix fehlt. Auch jetzt nicht, wo dieses Gestell hier wohnt. Und eigentlich is'se ja auch 'ne ganz Nette. Und nicht so grob wie der Djambo. Und eben ein Mädel. Geht ja eigentlich nichts über 'ne richtig gute Freundin. Außerdem hatte sie es ja wirklich ganz, ganz schlecht vorher und soll sich ruhig mal bei uns erholen BEVOR SIE UMZIEHT... Man ist ja kein Un-Hund... Mal sehen, vielleicht freunden wir uns für den Rest Ihres Aufenthalts doch noch an... Aber nur, wenn die nicht wieder mein Futter frisst und ich bestimmen darf, wo die liegt... So!!!



Dienstag, 9. September 2008

Foto-Session mit flotten Mädels

Juuhuuuu, ich bin's, der Djambo!

Ich weiß, ich weiß, eigentlich ist das das Tagebuch von meiner Pflege-"Schwester", der Bara-Maja, aber ich wollte auch mal wieder auf'n Foto.... Immer gucken alle nur nach der - und dabei wird die nicht mal gerne fotografiert sondern findet das ganz eklig! Aber heute war sie nicht so zimperlich. Das hat Frauchen gleich mal ausgenutzt!


So, das is'se nu': Die Bara-Mara! Eigentlich meint die, sie heißt "tnck, tnck, tnck", weil Frauchen immer mit der Zunge schnalzt, damit die Bara-Maja mal nach ihr guckt... Frauchen hat nämlich noch gar nicht damit begonnen, ihr einen Namen beizubringen, weil die Bara-Maja nocht total von der Rolle ist. Frauchen nennt das "blockiert". Naja, auf jeden Fall ist die noch viel zu gestresst, um richtig zu lernen. Aber das wird von Tag zu Tag besser und Frauchen gibt sich ganz viel Mühe mit ihr und macht drinnen und draußen alle möglichen tollen Dinge mit ihr, z. B. Such- und Geschicklichkeitsübungen, Verstecken und so 'ne Sachen, um die Bindung zu stärken und Vertrauen aufzubauen. Sagt Frauchen. Ich glaub', es macht ihr einfach Spaß... ;-) Und Joggen gehen die 2, damit die "tnck, tnck, tnck" auch genug Bewegung hat, obwohl sie noch nicht ohne Leine laufen kann. Sagt Frauchen. Ich glaub, sie möchte abnhemen... ;-)

Ähm, wo waren wir? Jetzt hab' ich mich verquatscht - ganz untypisch für 'nen Kerl! Ach ja, beim Namen von der Neuen. Also im Moment reagiert sie auf jeden Fall auf Zungenschnalzen, Fingerschnipsen und lockende Finger und gesäuselte Worte am besten... Also wie wir alle... wir Hunde mein ich... ;-)

Auf jeden Fall wohnt die jetzt bei uns, bis sie eigene Menschen gefunden hat. Also wir hatten ja schon zweimal Besuch von Hunden, die dann nach ein paar Wochen wieder ausgezogen sind, aber ich sag' euch, die anderen waren gegen die echt rustikal. Gut das waren Rüden, aber trotzdem. Bei der "tnck, tnck, tnck" muss man wirklich aufpassen, wie man mit ihr umgeht. Ist so'n richtiges Mimöschen - 'n Mädel eben. Ich find 'se aber ganz okay, sonst hatten wir ja immer Jungs, Mädels sind mir nätürlich lieber ;-) - obwohl sie gar nicht so richtig mit mir spielen möchte. Das is'se:



Ich hab' sie - großzügigerweise - in meinen Harem aufgenommen. Das war wirklich großzügig, denn an ihrer Optik muss sie noch ein wenig arbeiten. Von wegen Frauen und gepflegtes Fell und so 'ne Sprüche! Aber ich glaub, dort wo sie herkommt, war es nicht so wie bei uns hier, da konnte 'se wohl froh sein, dass sie lebend raus kam. Frauchen mixt ihr auf jeden Fall immer ganz dolle Sachen ins Futter und bald wird sie wieder richtig gesund aussehen. Und dass 'se 'ne knackige Figur hat, das sieht man (als Kenner) jetzt schon.

Auf dem Foto da, da sind 'se drauf, meine braun-weißen Mädels, die Juma, die mit den langen Locken... ;-) (die is' immer da) und die Bara-Maja, die mit der flotten Kurzhaarfrisur...:

Übrigens findet die Juma es auch voll doof, dass uns keiner mehr fotografiert. Juma ist auch sonst ziemlich angefressen, dass Konkurrenz da ist (Frauen eben) und spielt die unnahbare Diva. Das hat nix mit der "tnck, tnck, tnck" zu tun und die beiden mögen sich auch, aber wenn man plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt steht ist das schon schwer. ;-) Tja, jetzt sieht 'se mal wie das ist mit "gleichgeschlechtlichen" Pflegis - die Jungs haben sie ja immer angehimmelt - so läuft das jetzt nicht... Die Frauen haben zwar keinen Zoff, wissen aber auch noch nicht viel mit sich anzufangen, obwohl sie manchmal schon zusammen im Korb liegen. Ich versteh die nicht, passen doch so gut zusammen (ähnliches Alter, gleiche Haarfarbe, gleiche Größe), könnten so viel Spaß zusammen haben. Fällt ihnen bestimmt erst auf, wenn's zu spät ist! Tz! Weiber!!!

Für's Foto hat sich die Juma dann mal wieder in den Mittelpunkt gerückt:

Und das is' dann wieder mal die "tnck, tnck, tnck". Da überlegt sie noch, ob das jetzt wohl für sie gefährlich werden könnte mit diesem Knips-Ding. Aber wir sind ja auch ganz entspannt, also is'se ausnahmsweise mal nicht abgehauen:











Und da konnte Frauchen sie bei einem Nickerchen in der Sonne überraschen:




















Auf dem Foto, das jetzt kommt, sind wir ja alle nicht so gut getroffen. Aber irgendwie finden die Menschen das immer ganz doll, uns alle zusammen zu fotografieren, wenn wir in unserem Spaß-und-Ausgeh-Mobil eingepfercht sind, weil man dann sieht, wer wie groß ist und dass wir uns nicht fressen, wenn wir so nah zusammen sind... Als hätten wir nix Besseres zu tun! Ts, ts, ts...

Ich, der große Blonde, bin übrigens ein Golden-Retriever. Nicht dass ihr denkt, ich wollte angeben; ich sag das nur mal so, damit ihr ungefähr wisst, wie groß meine Mädels sind. Also ich hab' ca. 62 cm Schulterhöhe, Juma is'n Springer-Spaniel, die sind 'n ganzes Stück größer als die Cocker, die hat schätz ich 45 cm Schulterhöhe (eher ein wenig mehr). Und die "tnck, tnck, tnck" is'n Bretonen(-Mix)-Mädel - meint Frauchen. Auf jeden Fall ist sie bei uns die Kleinste mit ca. 43 cm Schulterhöhe:






Nicht nur, dass sie klein ist, sie muss auch noch viel lernen. Aber das und was wir sonst so alles zusammen erleben erzähl ich euch ein anderes Mal, falls Frauchen mich lässt... ;-)

Bis dann...

Euer Djambo, der jetzt mal wieder seine Mädels bei Laune halten muss....

Mittwoch, 3. September 2008

Stille Wasser sind tief.... vielleicht ;-)











Tja... Was gibt es Neues von Maja? Nichts Sensationelles, aber doch viel Positives. :-)





Sie hat sich recht gut eingelebt und ich es sieht ganz so aus, als würde sie sich bei uns wohl fühlen.





Zum Fressen muss man sie nicht mehr überreden und ihre neuen Rudelgefährten - unsere beiden Hunde - scheint sie auch zu mögen.





Das anfängliche Unbehagen bei Spaziergängen ist kaum noch zu merken. Sie ist sehr an Gerüchen interessiert und wann immer wir auf eine Wiese treffen, mag sie es, sich auf dem Rücken zu wälzen und ein paar Grashalme zu zupfen. Ganz vorsichtig natürlich... ;-)





Ich würde es zur Zeit nicht wagen, sie abzuleinen, denn zum einen reagiert sie draußen vor lauter Aufregung immer noch recht wenig auf uns und zum anderen hat sie starken Jagdtrieb. Wenn sie weglaufen sollte, könnte es evtl. schwierig sein, sie wieder einzufangen, weil sie so ängstlich ist.





Wir nehmen sie inzwischen mit zum Joggen. Anfangs fühlte sie sich durch die Laufbewegungen unwohl und versuchte abwechselnd auszuweichen oder anzuhalten. Seit die Leine etwas länger ist, klappt das gemeinsame Laufen sehr gut und es scheint ihr zu gefallen. Vielleicht hilft es ihr auch, etwas lockerer zu werden. Bei Menschen mit Angststörungen wird Ausdauersport schließlich auch empfohlen... ;-)





Wenn auf unseren Spaziergängen oder Joggingrunden Menschen auftauchen, kann es passieren, dass Maja keinen Schritt mehr weiter machen möchte, weil sie wohl nicht genug Platz zum Auszuweichen hat. Treffen wir Menschen mit Hunden läuft sie manchmal ohne Probleme vorbei, ein andermal kann es sein, dass sie anfängt zu knurren. Ihrer Körperhaltung nach zu urteilen soll das Knurren weniger eine Drohung als vielmehr Ausdruck ihres Misstrauens und ihres Wunsches sein, der andere möge nicht näher kommen, weil sie sich unwohl fühlt.





Im Gegensatz dazu fühlt sie sich im Auto so sicher, dass sie Passanten verbellt. ;-) Auch auf der Terrasse läuft sie gerne „Patrouille“, um durch Bellen "Bescheid zu sagen", wenn sie etwas hört oder sieht, was ihr verdächtig vorkommt... Sie lässt sich aber problemlos stören und ist kein Kläffer.





Nach wie vor reagiert sie panisch auf Gewitter und Feuerwerke und braucht danach lange, bis sie sich wieder entspannen kann. Aber da unterscheidet sie sich nicht sehr von vielen anderen Hunden, die ich kenne... ;-)





Wirklich einzuschätzen ist Maja leider (noch) nicht. Was wirklicher Auslöser für ihre Angst ist, ist nicht eindeutig festzustellen. Aber es scheint auf jeden Fall damit zusammen zu hängen, wie sie bisher von Menschen behandelt wurde und wie die Menschen in ihrer Umgebung sich bewegen oder reden. Frauen scheinen ihr, wie das bei ängstlichen Hunden oft der Fall ist, weniger bedrohlich





Obwohl sie einem in vielen Situationen furchtbar leid tut, glaube ich, man sollte nicht zu sehr auf ihre Ängste eingehen und sie „betüddeln“, denn sie hat – wie es mir scheint – schon gelernt, dass ängstliches Verhalten auch zu Vorteilen führen kann. Wenn sie gestreichelt oder beschützt werden möchte, kann sie sehr hartnäckig sein und einen immer wieder durch Anspringen und Hochsteigen bedrängen.





Wenn man nach Hause kommt, kann sie den andern Hunden gegenüber ziemlich respektlos sein, drängelt sich vor und steigt über die anderen, um nur ja als Erste bei einem zu sein. Beschäftigt man sich mit einem der anderen Hunde, kommt sie meist und möchte sich dazwischen drängen. Zu Anfang haben unsere Hunde ihr Verhalten ignoriert, aber inzwischen reagieren sie immer öfter mit Brummen oder Grummeln, wenn sie zu aufdringlich wird. Darauf reagiert sie prompt mit einer übertriebenen aktiven Unterwerfung, die den beiden anderen dann ebenso wenig gefällt.





Manchmal scheint es, als würde sie ihre Ängstlichkeit und Beschwichtigungssignale bewusst einsetzten, wenn sie etwas nicht möchte, z. B. ins Auto ein- oder aus dem Auto aussteigen, sich beim Betteln oder anderen Situationen wegschicken lassen oder vom Sofa springen (auf dem sie eigentlich nichts zu suchen hat, aber immer wieder den Versuch macht, es sich dort bequem zu machen, wenn sonst niemand im Wohnzimmer ist). In solchen Situationen schmeißt sie sich schon mal vorsorglich ;-) auf die Seite und man muss sie leider einfach hochheben und abtransportieren ;-), denn locken lässt sie sich dann nicht und Schimpfen kann man ja schlecht, wenn einer schon vor Angst halb tot „zu sein scheint“... ;-)





Sie kann alleine bleiben (zumindest mit hündischer Gesellschaft) und ich vermute bis auf ein kurzes Bellen (aus Protest?), wenn man das Haus verlässt, ist sie ruhig dabei. Zumindest hat sich noch kein Nachbar beschwert. ;-)





Zur Zeit ist es noch sehr schwierig, ihr etwas beizubringen, denn sie lässt sich durch Nichts motivieren. Weder ist sie besonders verfressen, noch kennt oder mag sie Spielzeug. Sie würde sich auch gar nicht trauen, mit einem Menschen zu spielen, wo sie sich doch selbst mit den Hunden (noch) schwer tut. Aber wenn sie sicherer geworden ist, dürfte es für sie kein Problem sein, ihr Kommen auf Zuruf, Sitz und Platz beizubringen. Das wäre meiner Ansicht nach das Mindeste, was sie können sollte, wenn man sie einmal ohne Leine laufen lassen möchte.





Auf jeden Fall ist sie nicht in allen Bereichen des täglichen Lebens die arme bedürftige Maus, die sie auf den ersten Blick zu sein scheint und ich glaube man muss ihr - obwohl es bei ihr besonders schwer fällt - Regeln und Grenzen zeigen, sonst wird sie vielleicht auf subtile Art ihre Wünsche durchsetzen, wenn sie (aus Mitleid) keinen Widerstand erfährt... ;-)





Ich finde sie auf jeden Fall ganz bezaubernd und muss mich sehr dagegen wehren, mich nicht komplett um den Finger wickeln zu lassen. Ich freue mich unglaublich über jeden kleinen Fortschritt, den sie macht, und darüber, dass sie mehr und mehr Vertrauen zu mir hat. Wenn ich sehe, dass sie sich über etwas freut und fröhlicher wird, macht mich das sehr glücklich. Jetzt, wo langsam ihr Fell nachwächst und beginnt zu glänzen, wird sie von Tag zu Tag hübscher. Außerdem finde ich sie natürlich unglaublich niedlich und könnte sie „fressen“, wenn sie mit ihrem Stummelschwanz wackelt...





Sie ist eine wirklich freundliche Hündin und ich wünsche ihr Menschen, die das zu schätzen wissen und sich die Mühe machen, sie auf ihrem Weg von einem ängstlichen zu einem unbeschwerten Hund geduldig und einfühlsam zu begleiten, ohne sie zu bedauern. Sie sollte die Möglichkeit bekommen, durch Herausforderungen, die sie meistern kann, Selbstvertrauen und Sicherheit zu gewinnen.

Mittwoch, 27. August 2008

"Auf und nieder, immer wieder..."







Nun ist Maja seit 1 ½ Wochen bei uns und ihre Entwicklung zum möglichst unbeschwerten Familienhund verläuft mit Hochs und Tiefs.



An manchen Tagen macht sie schon Anstalten, mit unseren beiden Hunden zu spielen, verhält sich fast übermütig. An diesen „guten“ Tagen wälzt sie sich beim Spaziergang vorsichtig auf dem Rücken, ist interessiert an Wildspuren, knabbert an Grashalmen und zuhause an unseren Kübelpflanzen. Statt mit dem Schwanz zu wedeln, den sie nicht hat, wackelt sie mit ihrem schwanzlosen Popo, wenn man nach Hause kommt und hüpft aufgeregt durchs Haus.



An den anderen - den „schlechten“ - Tagen sitzt sie wieder zitternd im Auto, möchte nicht aussteigen, erschrickt über jedes Geräusch, blockiert während der Spaziergänge und möchte nicht weiterlaufen, schmeißt sich wenn’s an’s Füttern geht oder man ihr das Geschirr anziehen möchte auf den Rücken und traut sich zur abendlichen Pipi-Runde nicht aus dem Körbchen kommen.



Für Maja scheinen Menschen nicht generell mit guten Erfahrungen verknüpft zu sein. Man muss sich zuerst als vertrauenswürdig und einschätzbar erweisen, damit sie sich nicht durch jede Bewegung, die man macht, bedroht fühlt. Obwohl ich seit Maja bei uns lebt, meine Körpersprache so gut es geht auf "hündisch" umgestellt habe, passiert es immer wieder, dass ich sie erschrecke. Sei es durch eine ruckartige Bewegung oder durch ein energisches Wort an einen von unseren (verglichen mit Maja) "unsensiblen" Hunden. Dann schmeißt sie sich auf die Seite und zeigt sofort Beschwichtigungssignale. Seit sie nicht mehr – wie am Anfang – den winzigen „Schwanz“ unter den Bauch zieht und einen Angstbuckel macht, hat sie eine elegante, filigrane Figur und ist auch deutlich größer als auf den ersten Blick. So hat sie etwa 43 cm Schulterhöhe.



Inzwischen hat sie aufgehört, sich bei jeder Gelegenheit zu kratzen und zu beißen, so dass ihre Liegeschwielen und Hautwunden langsam heilen. Auch das Fell wird nun bald wieder nachwachsen. Noch immer hat sie enormen Mundgeruch. Wenn sie ein wenig sicherer geworden ist, werde ich mit ihr zum Tierarzt gehen, damit er mal ihr Gebiss anschaut. Möglicherweise hat sie Zahnschmerzen und das ist die Erklärung dafür, dass sie sehr schlecht frisst und ihr Futter lieber eingeweicht als trocken mag. Bei einer ersten Gebisskontrolle konnte ich nichts Außergewöhnliches feststellen, außer dem allgemein schlechten Zustand ihres Gebisses und starkem Zahnstein an den hinteren Zähnen.



Zur Zeit lässt sich schwer einschätzen, was für ein Hund Maja sein wird, wenn sie Sicherheit und Lebensfreude zurückgewonnen und sich von ihren Strapazen erholt hat.



An den besagten „guten“ Tagen bin ich mir sicher, sie wird als Jagdhund(-Mischling?) wie unsere beiden Hunde einmal freien Auslauf, viel Bewegung und Beschäftigung brauchen. An den „schlechten“ Tagen scheint es, als sei ein Haus mit Garten und kurze Spaziergänge genug Herausforderung für sie. Sicher bin ich bisher nur, dass Maja sich in einem eher ruhigen Haushalt ohne Klein- und Schulkinder wohler fühlen würde.



Um sagen zu können, welche Menschen mit ihr glücklich werden können, müsste sie noch ein Weilchen bei uns bleiben, zur Ruhe zu kommen, ein wenig Selbstvertrauen zurück gewinnen und körperlich in einen besseren Zustand kommen. Erst dann wird man sehen, was in diesem Hund wirklich drin steckt.

Mittwoch, 20. August 2008

"Ein Häufchen Elend"...


...war mein erster Gedanke als ich Bara am vergangenen Samstag sah, als sie nach ihrer 12-stündigen Reise nach Deutschland aus ihrer Transportbox geholt wurde und vor Angst erstarrt vor mir saß.

Das obige Foto zeigt sie in der spanischen Tötungsstation und ist wohl schon etwas älter.

Sie ist unser erster "Pflege"-Hund, der diese Bezeichnung wirklich verdient. Bisher kamen unsere Pflegehunde munter und unternehmungslustig in Deutschland an und konnten es kaum erwarten voller Energie in ein neues Leben zu starten.

Bara, die wir Maja nennen werden, weil dieser Name besser zu der zarten Hündin zu passen scheint, ist da ganz anders.

Dass ihr Äußeres pflegebedürftig ist, sah man auf den ersten Blick: Das wenige Fell brüchig und stumpf, Filzstränge hingen am ganzen Körper, die Haut an Pfoten und Hinterbeinen aufgeknabbert, auf der ungeschützten Haut viele Zecken und mehrere kleine zum Teil entzündete Wunden. Auch an ihrem Geruch - sowohl Fell als auch Maul - war deutlich zu erkennen, dass sie schon lange keine Pflege mehr genossen hat.

Viel schwerer als die äußeren Verletzungen wiegen aber bei Maja die inneren. Ungeheuer vorsichtig und überängstlich aber doch so liebebedürftig und anhänglich ist sie hin- und hergerissen zwischen Zutraulichkeit und Angst. Auf der einen Seite sucht sie menschlichen Schutz sobald sie ein wenig Vertrauen gefasst hat, auf der anderen Seite kann eine unbedachte Bewegung sie in die Flucht schlagen, wo sie sich in "sicherer" Entfernung zusammenkauert oder auf den Rücken dreht. Kommt man ins Zimmer und sieht sie an zeigt sie Beschwichtigungssignale oder ergreift die Flucht.
Ein Feuerwerk, dass das Friedrichsthal Stadtfest an ihrem zweiten Abend bei uns beenden sollte, ließ sie fast eine Stunde zittern und hecheln.
Dass ihre Hausleine sich an ihrem dritten Morgen bei uns in einem Korb verfangen hat und sie so plötzlich im Lauf gestoppt wurde, ließ sie vor Panik zitternd zusammensacken und es dauerte eine ganze Weile, bis sie einen neuen Versuch unternahm sich zu bewegen.

Draußen fühlt sie sich so unsicher, dass sie sich zu Anfang gar nicht lösen konnte. Inzwischen hat sie zumindest den Garten als halbwegs sichere Zone eingestuft.

Was für andere Hunde das Highlight des Tages ist, versetzt sie in Angst und Schrecken: Spaziergänge! Sie zeigt deutlich, dass sie gestresst und unsicher ist. Nur ganz selten reagiert sie auf auf ihre Umgebung, z. B. auf Vögel und interessante Gerüche, doch dann kommt ihr sicher ausgeprägter Jagdtrieb zum Vorschein und lässt sie für kurze Zeit ihre Angst vergessen.

Auch beim Nachhausekommen oder dem morgendlichen Aufstehen vergisst sie vor lauter Wiedersehensfreude kurz ihre Angst und freut sich überschwänglich.

Im Haus bewegt sie sich inzwischen (nach 3 Tagen) schon recht entspannt und hat zwei Liegeplätze in "geschützten" Ecken zu ihren Lieblingsplätzen erkoren. Dort fühlt sie sich sicher und kann sich entspannen.

Ihr Stresslevel hat großen Einfluss auf ihren Appetit. Daher frisst sie kaum.

Mit unseren beiden Hunden hat sie bisher keine Probleme, denn sie reagiert schon auf die kleinsten Anzeichen von Ablehnung. Auch scheinen die beiden ihre Unsicherheit und Angst zu erkennen und bedrängen sie nicht. Bis Maja spielen wird oder positives Interesse an ihrer Umgebung zeigt wird sicher noch viel Zeit ins Land gehen.

Inzwischen hat sie ein Bad, Fellpflege und die Gestaltung einer neuen "Frisur" über sich ergehen lassen und man kann nun erkennen, was für eine hübsche Hündin sie sein wird, wenn ihr Fell nachgewachsen ist und sie wieder "gelernt" hat, sich aufrecht und entspannt zu bewegen.

Seit gestern trägt sie ein ein D.A.P.-Pheromon Halsband und bekommt eine Bachblüten-Mischung für ängstliche Tiere. Ich hoffe, dass sie dadurch in eine entspanntere Grundstimmung kommt, so dass sie wieder "lernen" kann.

Leider macht ihr der Fotoapparat solche Angst, dass es noch keine neuen Fotos von ihr gibt, aber sobald sie mir ein Foto-Shooting erlaubt, werde ich hier zeigen, wie hübsch die Kleine ist.