Mittwoch, 27. August 2008

"Auf und nieder, immer wieder..."







Nun ist Maja seit 1 ½ Wochen bei uns und ihre Entwicklung zum möglichst unbeschwerten Familienhund verläuft mit Hochs und Tiefs.



An manchen Tagen macht sie schon Anstalten, mit unseren beiden Hunden zu spielen, verhält sich fast übermütig. An diesen „guten“ Tagen wälzt sie sich beim Spaziergang vorsichtig auf dem Rücken, ist interessiert an Wildspuren, knabbert an Grashalmen und zuhause an unseren Kübelpflanzen. Statt mit dem Schwanz zu wedeln, den sie nicht hat, wackelt sie mit ihrem schwanzlosen Popo, wenn man nach Hause kommt und hüpft aufgeregt durchs Haus.



An den anderen - den „schlechten“ - Tagen sitzt sie wieder zitternd im Auto, möchte nicht aussteigen, erschrickt über jedes Geräusch, blockiert während der Spaziergänge und möchte nicht weiterlaufen, schmeißt sich wenn’s an’s Füttern geht oder man ihr das Geschirr anziehen möchte auf den Rücken und traut sich zur abendlichen Pipi-Runde nicht aus dem Körbchen kommen.



Für Maja scheinen Menschen nicht generell mit guten Erfahrungen verknüpft zu sein. Man muss sich zuerst als vertrauenswürdig und einschätzbar erweisen, damit sie sich nicht durch jede Bewegung, die man macht, bedroht fühlt. Obwohl ich seit Maja bei uns lebt, meine Körpersprache so gut es geht auf "hündisch" umgestellt habe, passiert es immer wieder, dass ich sie erschrecke. Sei es durch eine ruckartige Bewegung oder durch ein energisches Wort an einen von unseren (verglichen mit Maja) "unsensiblen" Hunden. Dann schmeißt sie sich auf die Seite und zeigt sofort Beschwichtigungssignale. Seit sie nicht mehr – wie am Anfang – den winzigen „Schwanz“ unter den Bauch zieht und einen Angstbuckel macht, hat sie eine elegante, filigrane Figur und ist auch deutlich größer als auf den ersten Blick. So hat sie etwa 43 cm Schulterhöhe.



Inzwischen hat sie aufgehört, sich bei jeder Gelegenheit zu kratzen und zu beißen, so dass ihre Liegeschwielen und Hautwunden langsam heilen. Auch das Fell wird nun bald wieder nachwachsen. Noch immer hat sie enormen Mundgeruch. Wenn sie ein wenig sicherer geworden ist, werde ich mit ihr zum Tierarzt gehen, damit er mal ihr Gebiss anschaut. Möglicherweise hat sie Zahnschmerzen und das ist die Erklärung dafür, dass sie sehr schlecht frisst und ihr Futter lieber eingeweicht als trocken mag. Bei einer ersten Gebisskontrolle konnte ich nichts Außergewöhnliches feststellen, außer dem allgemein schlechten Zustand ihres Gebisses und starkem Zahnstein an den hinteren Zähnen.



Zur Zeit lässt sich schwer einschätzen, was für ein Hund Maja sein wird, wenn sie Sicherheit und Lebensfreude zurückgewonnen und sich von ihren Strapazen erholt hat.



An den besagten „guten“ Tagen bin ich mir sicher, sie wird als Jagdhund(-Mischling?) wie unsere beiden Hunde einmal freien Auslauf, viel Bewegung und Beschäftigung brauchen. An den „schlechten“ Tagen scheint es, als sei ein Haus mit Garten und kurze Spaziergänge genug Herausforderung für sie. Sicher bin ich bisher nur, dass Maja sich in einem eher ruhigen Haushalt ohne Klein- und Schulkinder wohler fühlen würde.



Um sagen zu können, welche Menschen mit ihr glücklich werden können, müsste sie noch ein Weilchen bei uns bleiben, zur Ruhe zu kommen, ein wenig Selbstvertrauen zurück gewinnen und körperlich in einen besseren Zustand kommen. Erst dann wird man sehen, was in diesem Hund wirklich drin steckt.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

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