

Tja... Was gibt es Neues von Maja? Nichts Sensationelles, aber doch viel Positives. :-)
Sie hat sich recht gut eingelebt und ich es sieht ganz so aus, als würde sie sich bei uns wohl fühlen.
Zum Fressen muss man sie nicht mehr überreden und ihre neuen Rudelgefährten - unsere beiden Hunde - scheint sie auch zu mögen.
Das anfängliche Unbehagen bei Spaziergängen ist kaum noch zu merken. Sie ist sehr an Gerüchen interessiert und wann immer wir auf eine Wiese treffen, mag sie es, sich auf dem Rücken zu wälzen und ein paar Grashalme zu zupfen. Ganz vorsichtig natürlich... ;-)
Ich würde es zur Zeit nicht wagen, sie abzuleinen, denn zum einen reagiert sie draußen vor lauter Aufregung immer noch recht wenig auf uns und zum anderen hat sie starken Jagdtrieb. Wenn sie weglaufen sollte, könnte es evtl. schwierig sein, sie wieder einzufangen, weil sie so ängstlich ist.
Wir nehmen sie inzwischen mit zum Joggen. Anfangs fühlte sie sich durch die Laufbewegungen unwohl und versuchte abwechselnd auszuweichen oder anzuhalten. Seit die Leine etwas länger ist, klappt das gemeinsame Laufen sehr gut und es scheint ihr zu gefallen. Vielleicht hilft es ihr auch, etwas lockerer zu werden. Bei Menschen mit Angststörungen wird Ausdauersport schließlich auch empfohlen... ;-)
Wenn auf unseren Spaziergängen oder Joggingrunden Menschen auftauchen, kann es passieren, dass Maja keinen Schritt mehr weiter machen möchte, weil sie wohl nicht genug Platz zum Auszuweichen hat. Treffen wir Menschen mit Hunden läuft sie manchmal ohne Probleme vorbei, ein andermal kann es sein, dass sie anfängt zu knurren. Ihrer Körperhaltung nach zu urteilen soll das Knurren weniger eine Drohung als vielmehr Ausdruck ihres Misstrauens und ihres Wunsches sein, der andere möge nicht näher kommen, weil sie sich unwohl fühlt.
Im Gegensatz dazu fühlt sie sich im Auto so sicher, dass sie Passanten verbellt. ;-) Auch auf der Terrasse läuft sie gerne „Patrouille“, um durch Bellen "Bescheid zu sagen", wenn sie etwas hört oder sieht, was ihr verdächtig vorkommt... Sie lässt sich aber problemlos stören und ist kein Kläffer.
Nach wie vor reagiert sie panisch auf Gewitter und Feuerwerke und braucht danach lange, bis sie sich wieder entspannen kann. Aber da unterscheidet sie sich nicht sehr von vielen anderen Hunden, die ich kenne... ;-)
Wirklich einzuschätzen ist Maja leider (noch) nicht. Was wirklicher Auslöser für ihre Angst ist, ist nicht eindeutig festzustellen. Aber es scheint auf jeden Fall damit zusammen zu hängen, wie sie bisher von Menschen behandelt wurde und wie die Menschen in ihrer Umgebung sich bewegen oder reden. Frauen scheinen ihr, wie das bei ängstlichen Hunden oft der Fall ist, weniger bedrohlich
Obwohl sie einem in vielen Situationen furchtbar leid tut, glaube ich, man sollte nicht zu sehr auf ihre Ängste eingehen und sie „betüddeln“, denn sie hat – wie es mir scheint – schon gelernt, dass ängstliches Verhalten auch zu Vorteilen führen kann. Wenn sie gestreichelt oder beschützt werden möchte, kann sie sehr hartnäckig sein und einen immer wieder durch Anspringen und Hochsteigen bedrängen.
Wenn man nach Hause kommt, kann sie den andern Hunden gegenüber ziemlich respektlos sein, drängelt sich vor und steigt über die anderen, um nur ja als Erste bei einem zu sein. Beschäftigt man sich mit einem der anderen Hunde, kommt sie meist und möchte sich dazwischen drängen. Zu Anfang haben unsere Hunde ihr Verhalten ignoriert, aber inzwischen reagieren sie immer öfter mit Brummen oder Grummeln, wenn sie zu aufdringlich wird. Darauf reagiert sie prompt mit einer übertriebenen aktiven Unterwerfung, die den beiden anderen dann ebenso wenig gefällt.
Manchmal scheint es, als würde sie ihre Ängstlichkeit und Beschwichtigungssignale bewusst einsetzten, wenn sie etwas nicht möchte, z. B. ins Auto ein- oder aus dem Auto aussteigen, sich beim Betteln oder anderen Situationen wegschicken lassen oder vom Sofa springen (auf dem sie eigentlich nichts zu suchen hat, aber immer wieder den Versuch macht, es sich dort bequem zu machen, wenn sonst niemand im Wohnzimmer ist). In solchen Situationen schmeißt sie sich schon mal vorsorglich ;-) auf die Seite und man muss sie leider einfach hochheben und abtransportieren ;-), denn locken lässt sie sich dann nicht und Schimpfen kann man ja schlecht, wenn einer schon vor Angst halb tot „zu sein scheint“... ;-)
Sie kann alleine bleiben (zumindest mit hündischer Gesellschaft) und ich vermute bis auf ein kurzes Bellen (aus Protest?), wenn man das Haus verlässt, ist sie ruhig dabei. Zumindest hat sich noch kein Nachbar beschwert. ;-)
Zur Zeit ist es noch sehr schwierig, ihr etwas beizubringen, denn sie lässt sich durch Nichts motivieren. Weder ist sie besonders verfressen, noch kennt oder mag sie Spielzeug. Sie würde sich auch gar nicht trauen, mit einem Menschen zu spielen, wo sie sich doch selbst mit den Hunden (noch) schwer tut. Aber wenn sie sicherer geworden ist, dürfte es für sie kein Problem sein, ihr Kommen auf Zuruf, Sitz und Platz beizubringen. Das wäre meiner Ansicht nach das Mindeste, was sie können sollte, wenn man sie einmal ohne Leine laufen lassen möchte.
Auf jeden Fall ist sie nicht in allen Bereichen des täglichen Lebens die arme bedürftige Maus, die sie auf den ersten Blick zu sein scheint und ich glaube man muss ihr - obwohl es bei ihr besonders schwer fällt - Regeln und Grenzen zeigen, sonst wird sie vielleicht auf subtile Art ihre Wünsche durchsetzen, wenn sie (aus Mitleid) keinen Widerstand erfährt... ;-)
Ich finde sie auf jeden Fall ganz bezaubernd und muss mich sehr dagegen wehren, mich nicht komplett um den Finger wickeln zu lassen. Ich freue mich unglaublich über jeden kleinen Fortschritt, den sie macht, und darüber, dass sie mehr und mehr Vertrauen zu mir hat. Wenn ich sehe, dass sie sich über etwas freut und fröhlicher wird, macht mich das sehr glücklich. Jetzt, wo langsam ihr Fell nachwächst und beginnt zu glänzen, wird sie von Tag zu Tag hübscher. Außerdem finde ich sie natürlich unglaublich niedlich und könnte sie „fressen“, wenn sie mit ihrem Stummelschwanz wackelt...
Sie ist eine wirklich freundliche Hündin und ich wünsche ihr Menschen, die das zu schätzen wissen und sich die Mühe machen, sie auf ihrem Weg von einem ängstlichen zu einem unbeschwerten Hund geduldig und einfühlsam zu begleiten, ohne sie zu bedauern. Sie sollte die Möglichkeit bekommen, durch Herausforderungen, die sie meistern kann, Selbstvertrauen und Sicherheit zu gewinnen.
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